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Das Speyerer Evangelistar

Drei Meister aus Speyer oder Trier
Auftraggeber: Konrad IV. von Tann, Domkustos und Bischof von Speyer (1233–36)
Ein Monument romanischer Buchkunst


Quaterino Verlag Luzern, 2012, 77 Seiten, 77 Blatt, 33,2 x 25,3 cm

 

Anfrage zur Dokumentationsmappe und zum Preis

 

 

                 

 

Das Speyerer Evangelistar gilt heute als die kostbarste Handschrift der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Mit seinem Prunkeinband aus vergoldetem Silber, besetzt mit Schmucksteinen und spätantiken Gemmen, und der eingelassenen vollplastischen Christusfigur sowie der reichen Buchausstattung mit Miniaturen und Initialen ist die Prachthandschrift eines der herausragenden Werke der deutschen Buchkunst der Spätromanik.
Um 1220 gab der Domkustos und spätere Bischof von Speyer, Konrad IV. von Tann, die Herstellung eines Evangelistars für den Festtagsgebrauch im Speyerer Dom in Auftrag. Die 77 Blatt des Speyerer Evangelistars im Format von ca. 33,2 × 25,3 cm sind gleichmäßig mit 17 ganzseitigen Miniaturen geschmückt. Die Miniaturen enthalten insgesamt 21 Einzelbilder, die Themen aus dem Neuen Testament illustrieren. Vor intensiv leuchtenden Farb- und Goldgründen entfalten sich im Bild die 16 wichtigsten Stationen aus dem Leben Jesu, dazu kommen vier ganzseitige Evangelistendarstellungen und das Bild des segnenden Christus in der Mandorla.
Kostbare Pigmente, leuchtendes Gold und viel künstlerische Phantasie machen die 70 reich ornamentierten und historisierten Initialen dieser Handschrift zu einer Augenweide. Viele Initialen sind sogar wie Miniaturen gestaltet und illustrieren ausgewählte Bibellesungen. Besonders hervorgehobene Textpassagen in goldener, blauer und alternierend rot-schwarzer Schrift bezeugen die hohe Kunstfertigkeit aller an der Ausstattung beteiligten Künstler. Drei Buchmaler aus Speyer oder Trier und fünf Schreiber lassen sich unterscheiden.
Untrennbare Einheit: Die Handschrift und ihr Prachteinband
Ein Evangelistar gibt den Wortlaut der Lesungen aus den vier Evangelien im Ablauf des Kirchenjahrs wieder. Das sakrale Buch als Träger der göttlichen Offenbarung genoss in romanischer Zeit höchste Verehrung, dementsprechend kostbar war die gesamte Buchausstattung. Die plastische Darstellung des Christus auf dem Vorderdeckel des Speyerer Evangelistars ist daher nicht nur Schmuck, sondern auch theologisches Programm im Zusammenhang mit der Botschaft der Evangelien. Nur bei sehr wenigen Handschriften aus romanischer Zeit ist der Originaleinband noch erhalten. Um so bemerkenswerter ist es, dass der Prunkeinband des Speyerer Evangelistars die Jahrhunderte beinahe unversehrt überdauert hat und immer noch mit den Schmucksteinen und Silberplättchen aus dem 13. Jahrhundert geschmückt ist.
Eine vergoldete Christusfigur, zehn silberne Nielloplättchen und 54 Schmucksteine und Gemmen

Der Prunkeinband des Speyerer Evangelistars besteht aus über 150 Einzelteilen. Von monumentaler Ausstrahlung ist die vergoldete Silberfigur des thronenden Christus auf dem Einband. Sein Kreuznimbus überschneidet den schrägansteigenden Rand, der mit einer vergoldeten silbernen Wellenranke mit Weintrauben- und Akanthusmotiven verziert ist. Auf dem äußeren Rand alternieren zehn silberne Nielloplättchen mit figürlichem oder floralem Muster mit vergoldeten Vierecken, in denen je fünf Halbedelsteine, Glasflüsse und spätantike Gemmen in gezahnten Fassungen aufgebracht sind.

Noch original aus der Entstehungszeit der Handschrift im 13. Jahrhundert stammen die Nielloplättchen und die Schmucksteine. Niello bezeichnet eine alte, im östlichen Mittelmeerraum entstandene Goldschmiedetechnik, bei der schwarze Niellomasse in vorher durch Gravierung verzierte Silberplättchen aufgeschmolzen wird. Die Schmucksteine sind aus der ganzen damals bekannten Welt zusammengetragen: Achat, Amethyst, Lapislazuli, Mondstein, Bergkristall, Carneol und andere wurden verwendet. Auch spätantike Gemmen, also vertieft geschnittene (Halb-)Edelsteine, schmücken den Deckel.

Im 15. Jahrhundert wurde die vermutlich durch regen Gebrauch abgenutzte oder beschädigte Vorgängerfigur in der Mitte durch die heutige vergoldete Christusfigur ersetzt, die Steine neu gefasst und der Einband mit einem vergoldeten Rahmen eingefasst. Zu diesem Zeitpunkt überzog man auch den hinteren Deckel und den Rücken mit einem aus Italien stammenden roten Samtstoff mit eingewebtem Goldmuster.
Byzantinische und spätantike Vorlagen – Kreative Impulse für die Meister des Speyerer Evangelistars

An der prachtvollen Ausstattung der Seiten der Handschrift haben drei Buchmaler aus Speyer oder Trier gewirkt. Die Art der Figurengestaltung in den Miniaturen und neue Bildthemen verraten deutlich Einflüsse aus dem Mittelmeerraum und dem byzantinischen Kulturkreis. Das ist nicht verwunderlich, kam es doch im frühen 12. und 13. Jahrhundert infolge der Kreuzzüge und der Herrschaftssitze der Staufer in Italien zu einer intensiven Rezeption byzantinischer und (spät)antiker Kunst. Diese neuen Impulse, die v.a. im Kulturraum Rhein-Mosel-Maas auf fruchtbaren Boden fielen, veränderten Stil, Optik und Ästhetik der abendländischen Kunst deutlich.

Sorgfältig individualisieren die Maler des Speyerer Evangelistars die Gesichter der verschiedenen Figuren: Alte, Junge, Männer und Frauen. Sie legen Wert auf lebendige Kompositionen, die zwei oder mehr Personen zueinander kommunikativ in Beziehung setzen. Zudem machen sie Fortschritte in der korrekten anatomischen Wiedergabe der Körper und finden neue Wege, das freie Faltenspiel der Gewänder über den Gliedmaßen wiederzugeben. Auch erweitern die Künstler ihr ikonographisches Repertoire durch neue Bildkompositionen. So zeigt das Speyerer Evangelistar z.B. die Szene von Christi Geburt nicht in einem Stall, sondern in einer Höhle; eine Initiale greift das in Byzanz höchst beliebte Motiv der Waschung des Christkinds auf und den hl. drei Königen wird mit vier Bildern ungewöhnlich viel Raum gegeben.
Künstler:

Geschichte: Als Bestandteil des Speyerer Domschatzes wird das Evangelistar 1792 vor den französischen Revolutionstruppen auf dem Rhein über Mainz, Bonn und Amsterdam nach Bremen in Sicherheit gebracht. Erst 1797 kehrt die Handschrift in die Region um Speyer zurück und wird in die fürstbischöfliche Residenz nach Bruchsal gegeben. Mit der Säkularisation gelangt die Handschrift am 26. Mai 1803 in die Markgräfisch-Badische Hofbibliothek nach Karlsruhe, die spätere Badische Landesbibliothek.
Der Rheinauer Psalter
Kunstbuch
Meisterwerk der Buchmalerei um 1260
Quaternio Verlag, 288 Seiten, mit Faksimileblatt, Leinenband im Schuber, 26,8 x 18,5 cm 
198,00 EUR Warenkorb

Rheinauer Psalter

Rheinauer Psalter
Mit dem Rheinauer Psalter (Ms. Rh. 167) verwahrt die Zentralbibliothek Zürich ein höchst bedeutendes Meisterwerk der gotischen Buchmalerei des 13. Jahrhunderts. Strahlende ­Miniaturen von überragender künstlerischer Qualität, Initialzierseiten und zahl­reiche Initialen illustrieren die 150 Psalmen des Alten Testaments. Als eine der ersten Psalterhandschriften war der Rheinauer Psalter nicht für ein Kloster bestimmt, sondern wurde von einer hochgestellten Privatperson in Auftrag gegeben. Der uns nicht näher bekannte Bischof, Abt oder Mäzen nutzte den kostbaren Psalter für das persönliche Gebet. Entstanden ist das Werk allerdings nicht im Benediktinerkloster Rheinau, wie die Bezeichnung des Psalters nahelegt, sondern wohl in Konstanz um 1260. Durch das Rheinauer Kloster wurde er 1817 auf einer Auktion in Schaffhausen erworben. Die leuchtenden Farben, insbesondere die intensiven Rot- und Blautöne machen eine Nähe zu einer Glasmalereiwerkstatt wahrscheinlich. Die Miniaturen des Rheinauer Psalters stehen am Übergang von den streng geometrisch-­linearen Faltengebilden des deutschen Zackenstils zu den raumgreifenden Figuren, wie sie bereits am Straßburger Mün­ster zu sehen sind – ein spannender Wandel, der sogar innerhalb des Rheinauer Zyklus nachzuvollziehen ist.

Die im Quaternio Verlag Luzern erscheinende Kunstbuch-Edition mit einem ­Original-Faksimiledoppelblatt bietet erstmals einen direkten Zugang zu dieser bedeutenden Bilderhandschrift. Alle Bildseiten, Initialzierseiten und ausgewählte Textseiten werden im Originalformat von 26,8 x 18,5 cm wiedergegeben. Ausführliche Beschreibungen zu jeder Miniatur vermitteln ein lebendiges Bild von der Kreativität der Buchmaler und geben Hinweise auf den regen Austausch der Handschriften­zentren zu dieser Zeit. Ein ausführlicher Beitrag führt in die Maltechnik und die Geheimnisse der Entstehung ein: Lernen Sie die Unterschiede kennen zwischen Silber und Blei, Gold und Zwischgold und entdecken Sie zahlreiche Details in den Mikroskopaufnahmen.

Die Kunstbuch-Edition auf einen Blick: Die Kunstbuch-Edition zeigt alle Seiten mit Miniaturen, Initialzierseiten und ausgewählte Textseiten der Bilderhandschrift im Originalformat von 26,8 × 18,5 cm. Auf 288 Seiten führen ausführliche Bildbeschreibungen und spannend geschriebene Erläuterungen aus der Feder der Handschriftenexperten Christoph Eggenberger und Marlis Stähli in die Handschrift und die Zeit ihrer Entstehung im 13. Jahrhundert ein. Ein ausführlicher Beitrag zur Maltechnik von den Spezialisten Doris Oltrogge und Robert Fuchs bietet einen faszinierenden Einblick in den mittelalterlichen Herstellungsprozess.
Ein goldstrahlendes Doppelblatt in Original-Faksimilequalität, eingelegt in einer separaten Leinenmappe, bereichert diese Edition. Das Faksimiledoppelblatt ist die originalgetreue Wiedergabe von Folio 69 und 70 der Handschrift. Das Doppelblatt ist herausnehmbar und eignet sich auch als Wandschmuck.

Die Kunstbuch-Edition wird von einem Leinenschuber geschützt, den eine Bildseite mit dem wohl bekanntesten Motiv aus der Handschrift, Christi Auferstehung, schmückt.

»Nicht nur durch das beigefügte Faksimileblatt, sondern auch durch die vorzüglichen (...) Farbabbildungen bietet das Werk einen vollgültigen Ersatz für eine herkömmliche, zudem extrem kostspielige Vollfaksimile-Ausgabe. Mit ihm wird ein Spitzenwerk der gotischen Buchmalerei endlich einem größeren Publikum vorgestellt (...)«

Helmut Engelhart, in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 161, NF 122, 2013
Der Goldene Münchner Psalter

Quaternio Verlag Luzern, 2011, 332 Seiten,
28 x 19,5 cm
Anfrage zur Dokumentationsmappe und zum Preis  
Der reichste Bilderzyklus aus Englands Mittelalter
München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 835

Entstehungszeit: 1200/1210

Entstehungsort: Oxford (?)
Format: ca. 28 × 19,5 cm

Umfang: 332 Seiten (166 Blatt)
Inhalt: Psalter
Sprache: Latein
Künstler: Drei Meister einer Oxforder Werkstatt

Auftraggeber: unbekannt; vermutlich eine ranghohe weltliche Dame

Geschichte: Es ist unbekannt, wann der Psalter England verlassen hat, vermutlich aber bereits vor den Klosteraufhebungen unter Heinrich VIII. (ab 1538). Das Exlibris von Herzog Maximilian I. von Bayern (1573–1651) weist die Handschrift im Bestand der Münchner Hofbibliothek nach.

Die Pracht einer Bilderbibel: 236 Szenen zum Alten und Neuen Testament auf leuchtendem Goldgrund

In dem in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrten Goldenen Münchner Psalter offenbart sich ein außerordentlicher Reichtum, der selbst im Vergleich zu anderen Prachtpsalterien ungewöhnlich ist. Mit 91 ganzseitigen Miniaturen vor leuchtendem Goldgrund ist der 166 Blatt zählende Psalter im Format von ca. 28 × 19,5 cm im Reichtum der Bildausstattung unübertroffen. Bilderzyklen von einmaliger Ausführlichkeit illustrieren die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament und machen diesen Psalter zu einer wahren Bilderbibel. Der Kalender zu Beginn ist mit 24 Bildmedaillons geschmückt. Initialzierseiten, historisierte oder ornamentierte, farbige und goldene Initialen und farbiger Zeilenschmuck auf allen Seiten runden den opulenten Eindruck ab.

Der Goldene Münchner Psalter ist vermutlich das Werk dreier Meister aus Oxford vom Beginn des 13. Jahrhunderts. Er besticht nicht nur durch seinen Reichtum, sondern auch durch neue künstlerische Ausdrucksformen am Übergang von der Romanik zur Gotik.

Der Psalter: Gebetbuch für die private Andacht und mittelalterlicher »Bestseller«

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts manifestierte sich bei der gebildeten Oberschicht der Wunsch nach Büchern zur privaten Andacht. Aufgrund des überschaubaren Textumfangs eines Psalters und dessen täglicher Verwendung im Gottesdienst erfreuten sich die darin zusammengestellten 150 Psalmen, also Gebete und Gesänge, rasch wachsender Beliebtheit. Die Verbreitung der Psalterien stieg in dieser Zeit in England und Nordfrankreich geradezu sprunghaft an. Erst im 14. Jahrhundert sollte der Psalter vom Stundenbuch in seiner Beliebtheit abgelöst werden.

Knapp die Hälfte der 150 Psalmen wird König David (um 1000 v. Chr.) zugeschrieben. Sie erzählen keine in sich geschlossene fortlaufende Geschichte. Als Texte für den Gebetsgebrauch bestehen sie vielmehr aus Anrufungen Gottes, die in einer starken bildhaften Sprache universale Themen wie Lobpreis Gottes, Dank, Bitte, Klage und Reue ausdrücken. Heute noch sind die Psalmen täglicher Bestandteil der Liturgie bei allen christlichen Konfessionen und in der jüdischen Synagoge.




 

 

 

Peterborough Psalter
Faksimile Ausgabe
Quaternio Verlag Luzern

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Der Peterborough-Psalter

Der Peterborough-Psalter

Der Peterborough-Psalter

Der Peterborough-Psalter
Der Peterborough-Psalter im Überblick

Brüssel, Bibliothèque royale de Belgique, Ms. 9961-62
Entstehungszeit: ca. 1300
Entstehungsort: London oder Norwich
Format: ca. 30 × 19,5 cm
Umfang: 282 Seiten (141 Blatt)
Inhalt: Psalter
Sprache: Latein
Künstler: Professionelle säkulare Werkstatt

Prachtvolle Miniaturen und goldene Schrift der Gotik
Die Perfektion gotischer Buchkunst
Wer den Peterborough-Psalter aufschlägt, schwelgt in Gold und Farben! Die Vielfalt von Bildern und Motiven und der Ausstattungsreichtum sind überwältigend: 116 goldgerahmte Miniaturen, 24 Kalendermedaillons, 10 große (acht- bis elfzeilige) historisierte Initialen mit umlaufendem, szenisch geschmückten Bordürendekor, kleinere Goldinitialen, Zeilenfüller und stilisiertes Rankenwerk schmücken diese außergewöhnliche Bilderhandschrift. Auf allen Miniaturseiten fallen das prächtige burgundische Wappen und die dekorative französische Königslilie prominent ins Auge. Selbst die Textseiten werden durch die Schrift in Gold und Blau zu einem eigenständigen Schmuckelement.

Kein Blatt ohne Gold
Um 1300 wurde der Peterborough-Psalter für Geoffrey of Crowland, den Abt der mächtigen Benediktinerabtei von Peterborough, geschaffen. Die Psalmen sind die Grundlage des täglichen Chorgebets der Mönche. Alle 141 Blatt im Format 30 × 19,5 cm sind mit strahlendem Gold, sei es in Schrift, Initiale oder Bild, geschmückt.

Ein Psalter für gekrönte Häupter
Selten lässt sich der Weg einer Handschrift so lückenlos durch die europäischen Herrscherhäuser verfolgen wie der des Peterborough-Psalters. Von Papst Johannes XXII. über Karl V. bis zu Napoleon: die verschiedenen Besitzer im Lauf der Zeit müssen sich immer bewusst gewesen sein, mit diesem Psalter einen besonderen Schatz zu besitzen. Die Valois-Könige lassen nachträglich die farbigen Hintergründe der Miniaturen überall mit ihrem Emblem, den goldenen Lilien (fleur-de-lys), schmücken. Als die Handschrift in den Besitz des mächtigen Burgunderherzogs Philipp der Gute wechselt, lässt er auf jeder Miniaturseite unübersehbar in Gold und Silber sein Wappen einmalen. Auch Napoleon macht seine Ansprüche auf die Handschrift deutlich: sein Hofbuchbinder schafft den heutigen goldgeprägten Einband im Empire-Stil mit imperialen Emblemen.

Einzigartiges Bildprogramm
Der Peterborough-Psalter ist der einzige Psalter überhaupt, der die Bilder zum Alten und Neuen Testament in einer typologischen Anordnung zusammenführt und nicht in getrennten Bilderzyklen aufeinanderfolgen lässt. Das bedeutet, dass je einer Szene aus dem Neuen Testament zwei bis vier Szenen aus dem Alten Testament zugeordnet sind. Im Peterborough-Psalter korrespondieren 85 alttestamentliche Szenen, die sich auf 71 Miniaturen verteilen, mit 38 Illustrationen der neutestamentlichen Ereignisse. In einigen Miniaturen sind auch rein weltliche Motive ausgeführt.

Besonders auffallend sind einige weltliche Miniaturen, die Szenen aus dem um 1278 verfassten höfischen Roman "Jehan et Blonde" des picardischen Autots Philippe de Rémi zu illustrieren scheinen.

Gotische Buchmalerei vom Feinsten
Figuren mit eleganten schlanken Proportionen erzählen die Geschichten des Alten und Neuen Testaments. Mit großer Feinheit sind die Gesichter gestaltet, durch ihre individuelle Mimik strahlen sie Lebendigkeit und physische Präsenz aus. Die Hintergründe aus strahlendem Gold sind fein ziseliert. Sie wechseln effektvoll mit den ursprünglich einfarbigen Gründen ab, die heute mit dem fleur-de-lys-Dekor wahrhaft königlich geschmückt sind. Die leuchtenden Farben verdanken sich kostbaren Pigmenten und lassen die Miniaturseiten wie Kirchenfenster wirken.

Gold und Azurblau – einzigartige Zweifarbigkeit der Schrift
Besonders auffällig neben dem Bilderreichtum ist der durchgehend zweifarbig geschriebene Text: in strahlendem Gold und in intensiv leuchtendem Blau sind alle Textseiten beschrieben. In dieser Länge ist die Zweifarbigkeit einzigartig und wurde bereits im Mittelalter als außergewöhnlich empfunden. Wertvolles Gold und ebenso kostbares Azurit für die Tintenherstellung bedeuten, dass allein für die Textabschrift ein Vermögen aufgewendet wurde. In den Bücherverzeichnissen der verschiedenen späteren Besitzer wird gerade diese Zweifarbigkeit immer als besonderes Charakteristikum des Peterborough-Psalters genannt.
 
Das Legendarium der Sforza

Faksimile Ausgabe
Quaternio Verlag Luzern

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Das Legendarium der Sforza

Das Legendarium der Sforza

Das Legendarium der Sforza
Biblische Geschichten in strahlenden Farben der Renaissance

Entstehungszeit: 1476
Entstehungsort: Mailand
Format: 26,4 × 18,2 cm
Umfang: 316 Seiten
Inhalt: Legendarium
Sprache: italienisch
Künstler: Cristoforo de Predis

Das Neue Testament in außergewöhnlichen Bildern für den Herzog von Mailand
Der prunkliebende Herzog von Mailand Galeazzo Maria Sforza (1444–1476) war bekannt als großer Förderer von Kunst und Musik. Für ihn schuf kein Geringerer als der berühmte Mailänder Buchmaler Cristoforo de Predis im Jahr 1476 in opulenter Ausstattung eine der schönsten Handschriften der italienischen Renaissance.

Dieses ital. »Leggendario« genannte Andachtsbuch illustriert die Geschichten (»Legenden«) von Joachim und Anna, den Eltern der Jungfrau Maria, die Kindheitsgeschichte Marias bis zur Verkündigung, an die sich nahtlos die Erzählung von Leben, Wundern und Passion Jesu bis zum Pfingstereignis anschließt. Auch das Leben Johannes des Täufers ist in meisterhaften Bildern festgehalten. Miniaturen von unerhörter Eindringlichkeit zum Weltgericht am Jüngsten Tag beschließen den Band. Diese Bilderfülle von 324 Miniaturen diente der privaten Andacht und Meditation Galeazzos.

Luxuriöse Ausstattung
Die kostbare Ausstattung im Sforza-Legendarium mit strahlendem Gold, Silber und einer erstaunlichen Palette intensiv leuchtender Farben muss ganz dem luxuriösen Geschmack des Fürsten entsprochen haben. Unübertroffen ist die Vielfalt an Szenen aus dem Neuen Testament, die die Heilsgeschichte wie in einem Film abspielen. Dabei sind die Architekturelemente bis hin zu einzelnen Bauwerken und die Mode so eindeutig norditalienisch inspiriert, dass Galeazzo das von ihm beherrschte Herzogtum als Kulisse für die biblischen Geschichten wiedererkannt haben dürfte.

Cristoforo de Predis: taubstummer Buchmaler-Virtuose
Der in Mailand taubstumm geborene Cristoforo de Predis (ca. 1440–1486) war seit 1471 als Miniator am Sforza-Hof überaus geschätzt. Mag sein, dass er durch seine Behinderung eine geschärfte Beobachtungsgabe und ein besonderes Gespür für Farben hatte. Neben der Wiedergabe vieler kleiner Details aus dem Leben seiner Zeit zeichnen sich seine Figuren durch eine ausgesprochen lebendige Gestik aus.

Lassen Sie sich in das Italien der Renaissance entführen!
Die Kunst Cristoforo de Predis’ ist nicht abstrakte Vision, sondern sorgfältige Beobachtung der Wirklichkeit. Mit der neugierigen Aufmerksamkeit eines Chronisten beobachtet er die Natur, die ihn umgebende Stadt, das Alltagsleben und die Emotionen seiner Mitmenschen. Das Auge des heutigen Betrachters, wie einst das des Herzogs, geht über die sanften Landschaften der Po-Ebene bis zu weiten Horizonten, durch Straßenfluchten und Piazzas in vornehme Bankettsäle und einfache Kammern. Seine Malerei berücksichtigt die Vielfalt der damals verwendeten Baumaterialien wie Ziegel, Stein, Marmor, farbiger Putz und Holz. Intensiv setzt sich Cristoforo mit Lichteffekten in Innenräumen auseinander: welche Wand ist heller oder dunkler, wenn das Licht durch die offene Tür fällt? Auch die noch relativ junge Entdeckung der Zentralperspektive hat bereits ihre Spuren in den Bild-Kompositionen des Sforza-Legendariums hinterlassen.

Leuchtende Farben, filigranes Gold
Cristoforos Schöpfungen leben durch die Kombination oft starker Farben, die durch Nuancierungen und feine Filigranarbeiten in Gold noch veredelt werden. Dabei bleiben seine Schöpfungen harmonisch in der Balance zwischen konkreter Wirklichkeit und imaginärem Raum, zwischen Heiligem und Profanem, Aristokratischem und Volkstümlichem.

Franco Cosimo Panini – Kooperationspartner des Quaternio Verlags Luzern
Die Herausgabe des Legendariums der Sforza ist der Beginn einer Kooperation zwischen dem Quaternio Verlag Luzern und dem Verlag Franco Cosimo Panini aus Modena, dem Spezialist für Faksimiles italienischer Bilderhandschriften der Renaissance. Mit der Kooperation öffnen sich jetzt auch für deutschsprachige Faksimilefreunde Meisterwerke der italienischen Renaissance, die bisher nur in Italien zugänglich waren. Wir bieten diese Faksimile-Editionen in limitierter Auflage exklusiv für unsere Kunden im deutschsprachigen Raum an, selbstverständlich mit einem deutschsprachigen Kommentarband als Schlüssel zur Handschrift.
Änderungen und Lieferbarkeit vorbehalten     Startseite       letzte Bearbeitung: 27.02.2017, DH