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Geschichte und Archäologie Israels Geschichte Israels (moderne Geschichte) Reiseführer Israel Reiseführer, Reisebücher  allgemein Judentum / Judaica Talmud
Jüdische Religion, Geschichte und Kultur (JRGK), Vandenhoeck & Ruprecht
Der Titel der Reihe steht vor dem Hintergrund, dass jüdische Lebenswirklichkeit von ihrer Religion, Geschichte und Kultur geprägt ist. So trägt auch das Konzept der Reihe der Erkenntnis Rechnung, dass diese drei Aspekte nicht voneinander isoliert betrachtet werden können, sondern einander bedingen und miteinander verflochtene Bereiche dieser Lebenswirklichkeit darstellen.
"Jüdische Religion, Geschichte und Kultur" soll den internationalen Stand der wissenschaftlichen Forschung markieren. Gleichzeitig dient die Reihe dem interdisziplinären Dialog und spricht eine über das engere Fachpublikum hinausreichende Leserschaft an.
Herausgeben von Michael Brenner, München und Stefan Rohrbacher, Düsseldorf. Bei Subskription ca. 10 % Nachlass.
978-3-525-57052-4 Klaus Hödl
Zwischen Wienerlied und Der Kleine Kohn
Juden in der Wiener populären Kultur um 1900
Vandenhoeck & Ruprecht, 2017, 224 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57052-4
70,00 EUR Warenkorb
Die Untersuchung des Engagements von Juden in der Wiener Populärkultur um 1900 ist ein in der Forschung bisher vernachlässigtes Vorhaben. Daher widmet sich Klaus Hödl eingehend ausgewählten Aspekten jüdischer Beiträge in der Unterhaltungskultur um 1900 und legt seinen Schwerpunkt auf jüdische Volkssänger und Varietés.Die zentrale Aussage des Manuskriptes ist, dass die sogenannte Populärkultur in Wien um 1900 von Juden und Nichtjuden gemeinsam gestaltet wurde. An einer Reihe konkreter Beispiele wird aufgezeigt, dass die Kooperationen zwischen ihnen mannigfaltig und ihre Beziehungen auch auf privatem Gebiet sehr eng waren. Trotzdem gab es aber auch Antisemitismus. Allerdings scheint er weniger ausgeprägt und radikal als in anderen gesellschaftlichen Bereichen gewesen zu sein. Jüdische Volkssänger reagierten auf ihn, indem sie einerseits die Grundlage für eine ethnische und kulturelle Zugehörigkeit im performativen Engagement anstatt in Herkunft und Abstammung sahen. Andererseits schrieben sie jüdische Existenz in die Vergangenheit ein. Sie bemühten sich mit anderen Worten um das gegenwärtig sehr populäre Konzept der shared oder entangled history.

Dr. Klaus Hödl ist Historiker am Centrum für Jüdische Studien an der Universität Graz.
978-3-525-57047-0 Band 25:
Felix Papenhagen
Wem gehört der Schrank mit den heiligen Büchern?
Jüdische Religion im Kontext israelischer Popularmusik
Vandenhoeck & Ruprecht, 2016, 336 Seiten, mit zwei Grafiken, Gebunden,
978-3-525-57047-0
85,00 EUR Warenkorb

Das Thema Religion ist neuerdings im Mainstream israelischer Musik angekommen, obwohl es zuvor belächelt wurde. Felix Papenhagen analysiert grundsätzlich das Verhältnis von jüdischer Religiosität und israelischer Popularmusik.Er versteht die Popularmusik als Seismograph für gesellschaftliche Veränderungen und geht davon aus, dass sich die jüngere Geschichte Israels auch vorwiegend in dessen Musikkultur widerspiegelt. Um dies zu zeigen, führte und analysierte Papenhagen Interviews
mit bekannten israelischen Popmusikern sowie deren Liedtexte mit dem Ziel, Erkenntnisse über ihr Verständnis von religiösen Motiven zu gewinnen. Dabei lässt er den Einfluss und die Bedeutung von Musik und Religion für die Musiker selbst in seiner Analyse nicht außer Acht und geht explizit auf die Ambivalenz von säkularem und religiösem Selbstverständnis unterschiedlicher Musikerpersonen ein, welches die Biografie jedes einzelnen mitgeprägt hat.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
978-3-525-57040-1 Band 24:
Torsten Lattki
Benzion Kellermann
Prophetisches Judentum und Vernunftreligion
Vandenhoeck & Ruprecht, 2015, 460 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57040-1
100,00 EUR Warenkorb
Der heutzutage weitgehend vergessene Religionsphilosoph und Rabbiner Benzion Kellermann (1869–1923) war eine wichtige Persönlichkeit des Berliner liberalen Judentums vor der Schoa. Als selbstständiger Schüler Hermann Cohens forderte er, von Kant und dem Marburger Neukantianismus ausgehend, die Herausbildung einer universalen Menschheitsreligion der Vernunft. Das liberale Judentum sah er bis dato als einzige Religion, die sich schrittweise diesem Ideal annähern würde. Deshalb blieb er immer ein überzeugter und dem Christentum gegenüber selbstbewusster Jude, wie es sich in einer intensiven Debatte mit Ernst Troeltsch während des Ersten Weltkriegs zeigte. Kellermanns Biografie entkräftet die pauschalen Anklagen, dass liberaljüdische Selbstverständnisse immer eine Selbstverleugnung oder Aufgabe jüdischer Identität gewesen seien, und zeigt stattdessen die Vielfalt möglicher Identitätskonstruktionen innerhalb des deutschen Judentums auf. Er verband die jüdische Religion mit der Kantischen Philosophie durch die biblischen Propheten, denn diese würden mit ihrem „ethischen Monotheismus“ eine inhaltliche Kongruenz zum Denken Kants aufweisen. Die vorliegende erste Werkbiografie Kellermanns leistet einen wichtigen Beitrag für die Erforschung der jüdischen Geistesgeschichte von den 1870er Jahren bis in die Anfänge der Weimarer Zeit, der für die Jüdischen Studien, die christliche Theologie, die Philosophie und die Geschichts- und Kulturwissenschaften bedeutsam ist.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Torsten Lattki ist Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben.
978-3-525-57035-7 Band 23:
Noam Zadoff
Von Berlin nach Jerusalem und zurück
Gershom Scholem zwischen Israel und Deutschland. Noch nicht erschienen, wir merken vor
Vandenhoeck & Ruprecht, 448 Seiten, Gebunden
978-3-525-57035-7
59,99 EUR Warenkorb
An einem Herbstmorgen 1923 lief ein kleines Schiff in den Hafen von Jaffa, Palästina, ein. Unter den wenigen Reisenden an Bord befand sich ein junger Jude aus Deutschland, der in der Jüdischen Wissenschaft des 20. Jahrhunderts Grundlegendes leisten und mit der Kabbalaforschung ein neues Forschungsfeld begründen sollte. Gershom Gerhard Scholem verließ Deutschland, um seinen zionistischen Traum im Land Israel zu erfüllen. In seiner 1977 erschienenen Autobiographie beschreibt er seine Emigration „von Berlin nach Jerusalem“ als eine Einbahnbewegung.
Und doch blieb Scholem auch nach seine Auswanderung mit der jüdischen intellektuellen Welt in Deutschland in Kontakt: In den 1920er und 1930er Jahren veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze in deutschen Zeitungen und Zeitschriften und arbeitete mit deutsch-jüdischen Verlagen zusammen. Auch in Palästina beteiligte er sich an verschiedenen Netzwerken von deutschsprachigen Migranten, wie etwa der Vereinigung Brith Schalom oder dem Pilegesh Kreis.
Nach dem Holocaust reiste Scholem häufig in den deutschsprachigen Raum und kehrte über den Umweg der Schweiz allmählich in sein Geburtsland zurück: als zentrale Figur der Eranos-Tagungen im schweizerischen Ascona, als Herausgeber und Autor des Suhrkamp Verlags und nicht zuletzt als Fellow des neugegründeten Wissenschaftskollegs zu Berlin.
In den letzten Jahren seines Lebens wurde Gershom Scholem in Deutschland nicht nur als akademische, sondern auch als moralische Autorität betrachtet. Gleichzeitig bot Berlin ihm, nach der Ernüchterung seines zionistischen Traums, eine Alternative für Israel. Dieses Buch erzählt und analysiert das Leben Gershom Scholem als eine Reise von Berlin nach Jerusalem – und zurück.
Noam Zadoff ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fach Israel-Studien.
978-3-525-57034-0 Band 22:
Christian Kraft
Aschkenas in Jerusalem
Die religiösen Institutionen der Einwanderer aus Deutschland im Jerusalemer Stadtviertel Rechavia (1933–2004) – Transfer und Transformation
Vandenhoeck & Ruprecht, 2014, 346 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57034-0
55,00 EUR Warenkorb
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der deutsch-jüdischen Emigration nach Palästina. Anhand von Synagogengemeinden und Bildungseinrichtungen, die von Einwanderern verschiedener religiöser Gruppierungen aufgebaut wurden, sollen Strategien aufgezeigt werden, mit deren Hilfe versucht wurde, das Erbe der deutsch-jüdischen religiösen Tradition im Gebet, im Bildungswesen und in der Gemeindepolitik zu bewahren und in der neuen Umgebung zu neuer Blüte zu bringen.
Durch die Verstrickung in vielfältige religions- oder bildungspolitische Kontroversen, die zu einem großen Teil ebenfalls bereits aus Deutschland „importiert“ worden waren, zeigten sich sehr schnell die Grenzen eines Kulturtransfers von Aschkenas (Deutschland) nach Jerusalem. Die komplizierte religiöse Landschaft Jerusalems trug das Ihre dazu bei, den Aufbau der deutschen Synagogen, einer Schule und einer Jeschiva zu erschweren. Schwierig gestaltete sich auch die Weitergabe der aschkenasischen Tradition auf die nachfolgenden Generationen. Hier ist im Wesentlichen der Grund für den Niedergang der deutschen Synagogengemeinden zu suchen. Die Bildungsinstitutionen der deutschen Einwanderer konnten dagegen erfolgreich ihren Platz behaupten. Die Gründe, die zu diesem Erfolg führten, sollen untersucht werden. Sie sollen helfen bei der Beantwortung der Frage, ob und in welcher Form das religiöse Erbe von Aschkenas in Jerusalem heute noch lebendig ist.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Dr. Christian Kraft ist seit 2008 pädagogischer Mitarbeiter im Max-Mannheimer-Studienzentrum Dachau, seit 2007 arbeitet er als Referent für das Museumspädagogische Zentrum München und seit 2009 für die KZ-Gedenkstätte Dachau.
978-3-525-57031-9 Band 21:
Andrea Sinn
Jüdische Politik und Presse in der frühen Bundesrepublik

Vandenhoeck & Ruprecht, 2014, 400 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57031-9
60,00 EUR Warenkorb
Eine zentrale Bedeutung für die Formierung des Judentums in Westdeutschland nach 1945 nahmen ursprünglich aus Osteuropa stammende Juden ein. Die Geschichte der Anfänge, der Gründung und der Institutionalisierung dieser osteuropäisch geprägten jüdischen Gemeinschaft sowie deren Repräsentanz in der Bunderepublik beleuchtet Andrea Sinn für den Zeitraum von 1945 bis zum Ende der 1960er Jahre. Eingehend weist sie dabei die innere Heterogenität des deutschen Judentums auf: die Diskrepanz zwischen deutsch-jüdischen Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft und osteuropäischen Repräsentierten. Ausgehend von der These, dass der Aufbau des jüdisch-institutionellen Lebens maßgeblich von den deutsch-jüdischen Remigranten Karl Marx und Hendrik G. van Dam bestimmt wurde, widmet sich Sinn neben der institutionsgeschichtlich-politischen Analyse hauptsächlich den Biographien derselben. Damit reagiert sie zum einen auf das Forschungsdefizit hinsichtlich der Kombination biographischer und institutioneller Komponenten und verschafft sich so eine exponierte Stellung innerhalb der Forschungsliteratur; zum anderen zeichnet sie damit ein individuelles, aus der Perspektive Marxens und van Dams erzähltes Bild jüdischen Lebens und wehrt so einer einseitigen Fokussierung abstrakt-politischer Aspekte. Darüber hinaus zeichnet sich ihre Untersuchung durch eine epochenübergreifende Darstellung der Kernthematik aus: Das historische Faktum der problematischen Koexistenz osteuropäischer und deutscher Juden wiederholte sich in den 1990er Jahren mit der Einwanderung
zahlreicher Juden aus den ehemaligen GUS-Staaten.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Band 20
Anna Lena Menny
Spanien und Sepharad

Vandenhoeck & Ruprecht, 2013, 496 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57030-2

110,00 EUR
Über den offiziellen Umgang mit dem Judentum im Franquismus und in der Demokratie
Die Erinnerung an das historische Sepharad und vor allem an die trikulturelle convivencia auf der mittelalterlichen Iberischen Halbinsel stehen derzeit in Spanien hoch im Kurs, verweisen sie doch scheinbar auf eine jahrhundertelange Tradition der Toleranz und Demokratie.
Anna Lena Menny beleuchtet verschiedene Facetten der staatlichen Haltung gegenüber der jüdischen Minderheit und dem jüdischen Erbe. Sie fragt nach Kontinuitäten und Brüchen innerhalb des Untersuchungszeitraumes vom Franquismus bis in die Demokratie und arbeitet die enge Verschränkung von Erinnerungs-, Religions- und Außenpolitik heraus. Dabei ist eine zentrale These, dass der Tod des spanischen Diktators Franco im Jahr 1975 für die spanisch-jüdische Geschichte keine einschneidende Zäsur bedeutete.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Band 19:
Tobias Grill
Der Westen im Osten

Vandenhoeck & Ruprecht, 2013, 389 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57029-6
110,00 EUR
Deutsches Judentum und jüdische Bildungsreform in Osteuropa (1783-1939)
Die historische Forschung beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit den vielfältigen Aspekten der Emigration osteuropäischer Juden nach Westeuropa – insbesondere nach Deutschland – am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Demgegenüber fand die Niederlassung oder der längere Aufenthalt deutscher Juden in Osteuropa in der Historiographie bislang kaum Beachtung. Dies verwundert zunächst nicht, da es sich bei den deutschen Juden, die den Weg in den Osten Europas fanden, nur um eine sehr kleine Gruppe handelte. Doch dieser beschränkte Personenkreis bestand aus Persönlichkeiten, die in der Geschichte des osteuropäischen Judentums eine erhebliche Bedeutung erlangten.
Tobias Grill fokussiert in seiner Arbeit auf zwei Berufsgruppen deutscher Juden, die in etwa zwischen 1839 und 1939 in Osteuropa gewirkt haben: Zum einen deutsche Rabbiner, zum anderen deutsch-jüdische Pädagogen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die beiden erwähnten Gruppen als kulturelle Mittler bei der Reform des traditionellen jüdischen Bildungswesens – eines Kernbereichs der jüdischen Aufklärungsbewegung (Haskala) – auftraten, also in gewisser Weise versuchten, bestimmte Aspekte des Bildungswesens aus ihrer Herkunftskultur in das osteuropäische Judentum zu transferieren, und wie Rezeption und Übernahme solcher Elemente durch die osteuropäischen Juden funktionierten. Fragestellung und methodischer Zugang dieser Arbeit sind demnach in der Kulturtransferforschung verortet.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Band 18
Julia Haarmann
Wächter der Tradition

Vandenhoeck & Ruprecht, 2012, 330 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57023-4
85,00 EUR
Erinnerung und Identität im Selbstzeugnis des Pinchas Katzenellenbogen (1691-1767)
Der Wert von Selbstzeugnissen zur Erschließung vergangener Lebenswelten und Wahrnehmungsweisen bietet für die jüdische Geschichte des 18. Jahrhunderts wertvolle Zugänge, solche Quellen sind jedoch nur in geringer Zahl überliefert. Julia Haarmann legt erstmals die Untersuchung eines besonders umfangreichen und lebendigen Textes vor, des in hebräischer Sprache verfassten Selbstzeugnisses Yesh Manchilin von Pinchas Katzenellenbogen (1691–1767). Katzenellenbogen lebte und wirkte als Rabbiner in verschiedenen Gemeinden Frankens und Mährens. Die Autorin bietet eine instruktive und facettenreiche Darstellung jüdischer Lebenswelt des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei der Auswahl- und Konservierungsprozess von Geschichte(n), die aus der Sicht von Katzenellenbogen zentrale Bedeutung für seine Nachkommen haben. In ihrer Darstellung zeigt Julia Haarmann auf, wie die Verschriftlichung dieser Geschichte(n) als Mechanismus zur Bewahrung von Identitätsstiftendem für die nachfolgenden Generationen funktioniert. Pinchas Katzenellenbogen – so Haarmanns These – fungiert als »Wächter« seiner jeweiligen Traditionen, Erinnerungen und Werte, die er für die Zukunft bewahrt wissen will. Die Gefahren des Abbruchs von Traditionen, Erinnerungen und Werten, gehen dabei weniger von der nichtjüdischen Umwelt aus, sondern sind vielmehr noch in innerjüdischen Diskursen jener Zeit verortet.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Dr. phil. Julia Haarmann ist Mitarbeiterin am Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Band 17
Ivonne Meybohm
David Wolffsohn. Aufsteiger, Grenzgänger, Mediator

Vandenhoeck & Ruprecht, 2012, 410 Seiten, Gebunden,
978-3-525-57028-9
110,00 EUR
Eine biografische Annäherung an die Geschichte der frühen Zionistischen Organisation (1897-1914)
Ivonne Meybohm zeigt am Beispiel David Wolffsohns (1850er Jahre – 1914), dem engsten Mitarbeiter Theodor Herzls die Entstehung der Zionistischen Organisation. In der Zeit David Wolffsohns wurde aus einem intern immer wieder zerstrittenen, finanziell und politisch zunächst einflusslosen, lockeren internationalen Zusammenschluss die Zionistische Organisation, die historisch wirkmächtig agieren konnte. Es handelt sich nicht um eine klassische Biografie, sondern um eine ineinandergreifende Personen- und Institutionengeschichte, für die Meybohm hier den Begriff »integrierte Biografie« geprägt hat. Durch Kombination der methodischen Ansätze der neuen Kultur-, Sozial-, Politik- und Wirtschaftsgeschichte erfasst die Autorin sowohl die Person David Wolffsohns wie auch die Institution der Zionistischen Organisation in allen ihren Verflechtungen. Diese multiperspektivische Analyse bezieht auch das Netzwerk an Mitarbeitern, Unterstützern und Konkurrenten ein und stellt die Organisation in einen vergleichenden Kontext mit anderen zeitgenössischen National- und Emanzipationsbewegungen, wie der Sozialdemokratie oder der internationalen Frauenbewegung. Neben der »Außen«- und »Innenpolitik« analysiert Meybohm besonders auch die zionistische »Wirtschaftspolitik«, die ebenso wie die Persönlichkeit und das Lebenswerk David Wolffsohns selbst so gut wie unerforscht ist.
Die Ergebnisse dieser integrierten Biografie stellen der meist teleologisch gedeuteten bisherigen Historiografie zur frühen Geschichte des Zionismus, die aus der erfolgten Staatsgründung Israels 1948 rückblickend eine lineare Erfolgsgeschichte zu konstruieren versucht, eine differenziertere Deutung
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
  Band 16 noch nicht angekündigt
Band 15
Eberhard Wolff
Medizin und Ärzte im deutschen Judentum der Reformära
Die Architektur einer modernen jüdischen Identität
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 300 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56943-6

50,00 EUR
Ärzte und Medizin waren Brennpunkte des grundlegenden kulturellen Wandels, den die Juden in Deutschland in der Zeit der Haskala (der jüdischen Aufklärung) und der sich anschließenden Reformära bis ca. 1850 durchmachten. Eberhard Wolff arbeitet anhand von Detailstudien heraus, dass ein modernes, variables Verständnis vom Jüdischsein und eine differenziert konstruierte jüdische Identität in dieser Zeit gerade unter jüdischen Ärzten entwickelt und gerade anhand medizinisch relevanter Themen diskutiert wurden. An lokalen Beispielen wie Berlin, Hamburg, Göttingen und Dresden werden Themen wie der Reformeifer und das säkularisierte Berufsverständnis jüdischer Ärzte untersucht sowie Reformdebatten um die »frühe Beerdigung«, die jüdische Beschneidung oder die Krankenbesuchsgesellschaften einer Analyse unterzogen.
Das entwickelte moderne jüdische Selbstverständnis hatte eine komplexe »Architektur«, die weit über simple »Assimilation« oder ein einfaches Modell hybrider Verschmelzung mit bürgerlichen Werten hinausging. So unterschieden jüdische Ärzte mit einem professionellen Habitus gezielt zwischen ihrer ärztlichen und ihrer jüdischer Identität. In Reformdebatten etablierten sie sich als weltliche Experten des Jüdischen und entwickelten ein kulturelleres Verständnis des Jüdischseins mit neuen Leitwerten und Legitimationen, das kompatibel war mit den Anforderungen der Moderne, ohne mit den jüdischen Traditionen generell zu brechen. Ihr jüdisches Selbstverständnis mit sektoriellen und situativen Differenzierungen sowie bewussten Asymmetrien war der Versuch einer Stabilisierung jüdischer Identität im historischen Wandel. Es war eine eigenständige kulturelle Leistung aufgrund eines originären Modernisierungswillens und nicht nur, um Anerkennung in der christlichen Mehrheitsgesellschaft zu finden.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Band 14
Vom Deutschen ins Hebräische
Übersetzungen aus dem Deutschen im jüdischen Palästina 1882-1948. Übersetzt von Liliane Meilinger
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 250 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56938-2

60,00 EUR
Der aus dem deutschen Kulturraum ausgehende Einfluss auf den Jischuw – die jüdische Gemeinschaft in Palästina von der ersten organisierten Einwanderung 1882 bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 – war mannigfaltig. Na`ama Sheffi beschäftigt sich mit einer seiner herausragenden Erscheinungen: der Übersetzung deutschsprachiger Werke ins Hebräische und deren Rezeption sowie der unmittelbaren Wirkung deutscher Vorbilder auf die Schaffung eines modernhebräischen Literaturkorpus.
Den Anfang bildeten bereits im späten 18. Jahrhundert in Europa die Übertragung von Werken, die dem Geist der jüdischen Aufklärung verpflichtet waren. Auch noch vor der Genese des Zionismus als nationalem Projekt intensivierte sich die Übersetzungstätigkeit ungeachtet des kleinen Leser- und Verlegerkreises sowie zahlreicher technischer Hindernisse. Fast 800 Werke der verschiedensten Genres – Romane, Dramen, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur – wurden während des untersuchten Zeitraums aus dem Deutschen ins Hebräische übertragen. Hinzu kommen noch mehrere hundert in Zeitschriften erschienene Gedichte, Prosastücke und Essays. Wesentliche Befunde sind dabei die dominierende Rolle der aus dem Osten Europas stammenden Übersetzer sowie der sprunghafte Anstieg der Übertragungen in den Jahren des Nationalsozialismus und sodann in den drei letzten Jahren vor der Staatsgründung. Die Auswahl der Texte war weitgehend von nationalen Ideologien bestimmt: Anfangs dienten die Übertragungen weltanschaulich der Haskala, danach der Erneuerung der jüdischen Nation und der hebräischen Sprache und schließlich der Bewahrung der im Nationalsozialismus verfemten Literatur vor allem jüdischer Autoren.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Band 13
Stefan Siebers
Der Irak in Israel
Vom zionistischen Staat zur transkulturellen Gesellschaft
Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, 128 Seiten, kartoniert,
978-3-525-56937-5
50,00 EUR
Anhand der Bücher von Sami Michael und Eli Amir untersucht Stefan Siebers, inwieweit das westlich-zionistische Konzept von der jüdischen Nation mit klar definierten Grenzen aufgegangen ist. Ist der »Judenstaat« der uneinnehmbare Leuchtturm des Okzidents im Nahen Osten?
Der Autor lädt dazu ein, die Erzählungen und Romane der hebräischen Schriftsteller neu zu lesen. Mit zahlreichen Beispielen belegt er, dass bald nach der Gründung Israels 1948 ein tiefgreifender Prozess der Transkulturation einsetzte, der sich in der modernhebräischen Literatur nicht nur niederschlägt, sondern von dieser auch befördert wird. Über alle Grenzen hinweg ist Israel mit dem Orient längst verwoben.
Aus den Randzonen zwischen Tag und Traum, zwischen Kulturland und Ödnis ist fast unmerklich der Orientale ins Bewusstsein der israelischen Leser getreten. Zunächst war er noch der unheimliche Fremde, begehrenswert und erschreckend zugleich. Doch inzwischen erhebt er seine Stimme gleichberechtigt und selbstbewusst in der polyphonen Kultur des Landes. Israel ist dabei, sich aus der Isolation zu befreien. Zu Brückenbauern wurden die jüdischen Autoren, die selbst aus dem Orient stammen. Stefan Siebers lenkt unser Augenmerk auf die Romanciers und Erzähler aus dem Irak, deren Werke von Zerrissenheit und dem Willen zum Neuanfang zeugen. Mit ihnen vollzieht er den Weg Israels zu einer modernen, zum steten Wandel bereiten und somit im wahrsten Sinne »transkulturellen«Gesellschaft nach.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Stefan Siebers ist Lektor für hebräische Sprache und Literatur am Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
978-3-525-56974-0 Band 12
Thekla Keuck
Hofjuden und Kulturbürger
Der Geschichte der Familie Itzig in Berlin
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 580 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56974-0
110,00 EUR
Eine jüdische Familie zwischen Staat und Gesellschaft.
Die Itzigs waren eine der großen jüdischen Familien im Preußen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Ihre fünf Generationen umfassende Geschichte umschließt drei große Themenkomplexe: die rechtliche Emanzipation der Juden, ihren sozio-ökonomischen und kulturellen Verbürgerlichungsprozess sowie die damit einhergehende Transformation traditioneller jüdischer Denk- und Verhaltensweisen. Auf der Grundlage zahlreicher Quellen und eingebettet in den allgemeinen Forschungskontext der Geschichte des Bürgertums sowie der Bildungs- und Kulturgeschichte untersucht Thekla Keuck am Beispiel der Familie Itzig einen der transkulturellen Prozesse, der die mitteleuropäischen Juden unter dem Einfluss der Aufklärung aus der Abgeschlossenheit des traditionellen Judentums in den Raum der modernen europäischen Gesellschaft führte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich für die Itzigs auf Grund ihrer Teilhabe an der bürgerlichen Gesellschaft der Stellenwert von Familie, Religion und Kultur wandelte. Obwohl der Familie eine mitgestaltende Rolle bei der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft innerhalb wie außerhalb der jüdischen Gemeinschaft zukam, gelang ihren Mitgliedern nicht die angestrebte Integration in die bürgerliche Gesellschaft. Als Juden blieb ihnen die Teilnahme verwehrt. Um ihre bürgerliche Position nicht zu gefährden, entschied sich die Mehrzahl der Itzigs daher für die Konversion. Trotzdem bezeichnet Thekla Keuck die Itzigs explizit als jüdische Familie. Mit dieser Lesart trägt sie dazu bei, die Vielschichtigkeit deutsch-jüdischer Geschichte mit ihren Zwiespältigkeiten und Widersprüchen aufzuzeigen.
978-3-525-56900-9 Band 11
Rebekka Voß
Umstrittene Erlöser
Politik, Ideologie und jüdisch-christlicher Messianismus in Deutschland
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 350 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56900-9
75,00 EUR
Apokalyptisches Denken und messianischer Aktivismus blühten im 16. Jahrhundert unter Juden und Christen in Europa in auffälliger Parallelität. Während das Geburtsland der Reformation als Zentrum der endzeitlichen Spekulation unter Protestanten gilt, hat die Geschichte des jüdischen Messianismus im deutschen Sprachraum weit weniger Aufmerksamkeit gefunden. Mit diesem Buch liegt nun erstmals eine umfassende Untersuchung der jüdischen Messiaserwartung im Deutschland des 16. Jahrhunderts vor. Jüdischer Messianismus wird in seinen kulturellen, sozialen und religionsgeschichtlichen Kontext innerhalb der christlichen Umgebungsgesellschaft gesetzt. Im Mittelpunkt steht die Beziehung der jüdischen Erlösungshoffnung zur zeitgenössischen christlichen Apokalyptik. Mit ihrer Darstellung belegt Rebekka Voß die Vitalität jüdischer messianischer Sehnsucht im vormodernen Aschkenas und zeigt vor allem die enge Verflechtung von jüdischer und christlicher Apokalyptik. Durch die integrative Betrachtung beider Religionsgemeinschaften demonstriert die Autorin, wie Juden und Christen ihre messianischen Ansprüche, apokalyptischen Ideen und Bewegungen gegenseitig wahrnahmen, darauf reagierten und wechselseitig beeinflussten. Hebräische Chroniken und deutsche Flugblätter, private Briefe und ethische Erbauungsliteratur, Polemiken und Gerichtsprotokolle, lateinische Bibelkommentare und jiddische Volkslegenden, bildliche Darstellungen und Realia bieten Einblick in ein komplexes jüdisch-christliches Beziehungsgeflecht messianischer Ideologie und Politik. Der apokalyptische Diskurs ist bemerkenswert für seine Spannung zwischen der Ablehnung der eschatologischen Position des anderen und der gegenseitigen Verstärkung apokalyptischer Hoffnungen und Ängste.
Leseprobe

Dr. phil. Rebekka Voß ist Harry Starr Fellow am ]udaica Center for ]ewish Studies an der Harvard University.
978-3-525-54000-8 Band 10
Sylvie Anne Goldberg
Zeit und Zeitlichkeit im Judentum
Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, 634 Seiten, Gebunden,
978-3-525-54000-8
140,00 EUR
Zeitlichkeit, das Sein in der Zeit, ist bestimmt durch das Wissen um die Vergangenheit, das Bewusstsein der Gegenwart und die Erwartung der Zukunft. Sylvie Anne Goldberg fragt nach der Entwicklung jüdischer Zeitlichkeit in der biblischen Epoche, in Jerusalem und Babylon, bis zur Zerstörung der Tempels im Jahr 70 unserer Zeitrechnung.
Die Autorin lenkt den Blick auch auf das Judentum in der Zerstreuung: An der Kalenderfrage zeigt sich das Ringen der jüdischen Akademien in Palästina und in Bagdad um Prädominanz. Das Ringen um die Gültigkeit des schriftlichen, in der Tora überlieferten Gesetzes und der mündlichen Tradition schlägt sich in Fragen nach der Bedeutung der Vergangenheit und nach der Möglichkeit von Veränderung in der Gegenwart und von Gesetz und Auslegung nieder. Dies tritt in dem Disput des rabbinischen Judentums mit den Karäern zutage. An dem ersten großen jüdischen Theologen, dem in Bagdad lehrenden, aus Ägypten stammenden und in Palästina ausgebildeten Gaon Sa’adia, im 10. Jahrhundert, wird die Bedeutung des Rabbinats veranschaulicht.
Das Literaturverzeichnis bietet eine nützliche Sammlung von u.a. rabbinischen Texten aus vielen Jahrhunderten.
978-3-525-56997-9 Band 9
Lewinsky, Tamar
Displaced Poets
Jüdische Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland, 1945 - 1951
Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, 288 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56997-9
70,00 EUR
In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde die amerikanische Besetzungszone Deutschlands für zehntausende osteuropäische Juden zur ungeliebten Heimat auf Zeit. Ihnen allen war das Jiddische gemein. In den so genannten Displaced Persons-Camps, aber auch in deutschen Städten und Dörfern, bauten sie ein dichtes Netz gesellschaftlicher, politischer und kultureller Einrichtungen auf. Während weniger Jahre blühte hier eine fragile, einzigartige Kultur. Auf der Grundlage bisher weitgehend unbekannter Quellen beschreibt Tamar Lewinsky Kultur und Literatur dieser komplexen Gesellschaft.

Dr. phil. Tamar Lewinsky ist Dozentin für Jiddische Sprache und Literatur in der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München.
978-3-525-56998-6 Band 8
Rösch, Barbara
Der Judenweg
Ein ergänzender Beitrag zur Geschichte und Kulturgeschichte des ländlichen unterfränkischen Judentums aus Sicht der Flurnamenforschung
Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, 496 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56998-6
74,99 EUR
Die Judenwege sind Sprachdenkmäler. Sie gehören zu den vergessenen Kapiteln deutsch­jüdischer Geschichte. Sie erweisen sich als Produkte der gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Ausgrenzung. Ihre Existenz und Deutung ist ein Gradmesser für die Qualität der Beziehungen zwischen jüdischer und christlicher Landbevölkerung in den vergangenen fünf Jahrhunderten.
Der Begriff »Judenweg» wurde von der Forschung bislang übersehen. Barbara Rösch bringt ihn und seine sinnver­wandten Formen, nämlich die Judenpfade, -gassen, -steige, aber auch die Judenbäume, -brunnen und -steine buchstäblich zum »Sprechen«.

Dr. theol. Barbara Rösch ist Dozentin am Institut für Grundschulpädagogik der Universität Potsdam.
978-3-525-56996-2 Band 7
Dahm, Annkatrin
Der Topos der Juden

Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, 420 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56996-2
79,99 EUR
Studien zur Geschichte des Antisemitismus im deutschssprachigen Musikschrifttum.
Kann Musikliteratur als Spiegel dienen, um anti-judaistische Diskriminierungsmuster zu erkunden? Anhand von zahlreichen Quellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert lässt sich der Entstehungsprozess des Topos der Juden in der Musik in seiner ganzen geschichtlichen Bandbreite dokumentieren. Annkatrin Dahm zeichnet die Verknüpfung außermusikalischer Unterstellungen mit musikalischen Sachverhalten im Sinne der judenfeindlichen und antisemitischen Ideologie durch die Jahrhunderte nach.
Jüdische Religion, Geschichte und Kultur (JRGK) Band 7
978-3-525-56995-5 Band 6
Triendl-Zadoff, Miriam
Nächstes Jahr in Marienbad
Gegenwelten jüdischer Kulturen der Moderne
Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, 248 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56995-5,
54,99 EUR
Über einen Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren galten die westböhmischen Kurorte Karlsbad, Marienbad und Franzensbad als sommerliche Zentren jüdischen Lebens in Europa. Nicht nur das deutsche und österreichische Bürgertum reiste nach Böhmen, auch chassidische, bürgerliche und mittellose Juden aus Osteuropa kamen alljährlich zur Kur. Diese heterogenen jüdischen Kulturen entwickelten in der zeitlichen und räumlichen Begrenztheit des Aufenthalts und des intimen sozialen Klimas des Kurorts außergewöhnliche Wahrnehmungs- und Kommunikationsräume. Auf der Schnittstelle zwischen Kultur-, Literatur- und Medizingeschichte analysiert Mirjam Triendl-Zadoff Entwicklungen und Veränderungen dieser temporären »jüdischen Orte« von ihrem Beginn während des späten 19. Jahrhunderts über den Ersten Weltkrieg bis zu ihrem Ende in den späten 30er Jahren. Vom idyllischen Paradies des bürgerlichen Massenkurbades zum Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge, die während des Ersten Weltkriegs aus den östlichen Teilen der Habsburgermonarchie nach Böhmen kamen, bis hin zu den ersten Jahren der tschechoslowakischen Republik, als Karlsbad und Marienbad zu Zentren für zionistische Veranstaltungen und Kongresse wurden, veränderten die westböhmischen Kurorte ihre Funktion, nicht aber ihre zentrale Rolle innerhalb einer »jüdischen« Topographie des Sommers in Mittel- und Osteuropa.
978-3-525-56994-8 Band 5
Pyka, Marcus
Jüdische Identität bei Heinrich Graetz
Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 320 Seiten, Gebunden,
3-525-56994-7,
978-3-525-56994-8
59,99 EUR
Der Band beschäftigt sich mit Leben und Werk von Heinrich Graetz (1817–1891), dem bedeutendsten jüdischen Historiker des 19. Jahrhunderts. Die spezielle Blickrichtung des Autors ist geprägt von der Überlegung, dass Identität nichts Selbstverständliches ist, sondern erworben und beständig neu formuliert werden muss und dazu dient, Sinnstiftung zu leisten. So untersucht Marcus Pyka die Bedeutung der jüdischen Identität für Graetz. Auf der Grundlage zahlreicher Quellen und unter Berücksichtigung des zeitlichen Kontextes beleuchtet Pyka eine Definition jüdischer Identität in der Moderne, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein äußerst einflussreich geblieben ist.
Band 4
Yuval, Israel
Zwei Völker in deinem Leib

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 360 Seiten, Gebunden,
3-525-56993-9
978-3-525-56993-1
49,99 EUR
Gegenseitige Wahrnehmung von Juden und Christen in Spätantike und Mittelalter.
Die kühne Deutung der jüdisch-christlichen Beziehung als einer geschwisterlichen hat weltweit Kontroversen ausgelöst. Zahlreiche Quellen erweisen die polemische Auseinandersetzung als formativ für die Herausbildung der beiden Religionen. Yuval untersucht die Entstehung des Pessach-Festes sowie die Tötung von jüdischen Kindern durch ihre Eltern bei den Judenverfolgungen 1096 und beobachtet, wie Christen das jüdische Verhalten wahrnahmen. Er schließt mit dem Milleniumjahr 1240, als Juden den Anbruch der endzeitichen Erlösung erwarteten. Diese Schlüsselmomente zeigen, dass der christliche Einfluss auf das mittelalterliche Judentum weitaus größer war, als bislang angenommen und dass die Zurückweisung des Christentums bei der Herausbildung jüdischer Identität eine zentrale Rolle spielte.
  Band 3
Brenner, Michael
Emanzipation durch Muskelkraft
Juden und Sport in Europa

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 566 Seiten, Gebunden,
3-525-56992-0
nicht mehr lieferbar
Die hier vorliegende Aufsatzsammlung beleuchtet das Verhältnis von Sport und Judentum in Europa im Kontext der jüdischen Wissenschaften. Michael Brenner und Gideon Reuveni legen eine Aufsatzsammlung vor, die die Beziehung zwischen Judentum und Sport unter Berücksichtigung der besonderen europäisch-jüdischen Erfahrung zu verorten sucht. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Art und Weise wie eine Gesellschaft sich zu Sport und Körper positioniert, etwas über ihre Selbstdefinition aussagt. Die Autoren widmen sich den "jüdischen Muskeln und Kräften", von Resh Lakish über rabbinische Responsa aus dem 16. und 17. Jahrhundert bis hin zur Sportbegeisterung zwischen den beiden Weltkriegen und dem Ruf der Zionisten, einen neuen Juden zu schaffen. So schreiben sie, ganz nebenbei, eine äußerst spannende Sport - und Gesellschaftsgeschichte und beleuchten das Verhältnis von Sport und Ethik. Beiträger Michael Brenner, Jacob Borut, John Bunzl, Tony Collins, John Efron, Sharon Gillerman, Phillip Grammes, Miklós Hadas, Jack Jacobs, Michael John, Victor Karady, Albert Lichtblau, Rudolf Oswald, Gideon Reuveni, Daniel Wildmann und Moshe Zimmermann.
978-3-525-56991-7 Band 2
Schatz, Andrea
Sprache in der Zerstreuung
Die Säkularisierung des Hebräischen im 18. Jahrhundert

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 281 Seiten, Gebunden,
3-525-56991-2
978-3-525-56991-7
54,99 EUR
Im Übergang zur Moderne wird die "Heilige Sprache" zur Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora. Die vorliegende Studie blickt auf die jüdischen Aufklärer, die nach Möglichkeiten suchten, die "Heilige Sprache" in eine Sprache der Gegenwart zu verwandeln - in die Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora. Angesiedelt zwischen Kultur- und Geschichtswissenschaften entwirft das Buch ein neues dynamisches Bild der jüdischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Ihre umstrittenen und heterogenen Anfänge - vor, mit und nach Moses Mendelssohn - zeigen, wie sich die jüdische Moderne auf einem Terrain herauskristallisiert, auf dem Hebräisch, Jiddisch und Deutsch, jüdische und christliche Traditionen, säkularisierende und resakralisierende Tendenzen aufs Engste miteinander verbunden sind.
Dr. theol. Andrea Schatz ist Fellow am Department für Religion an der Universität Princeton (USA).
  Band 1
Schlör, Joachim
Das Ich der Stadt
Debatten über Judentum und Urbanität, 1822-1938

Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, 536 Seiten, Gebunden,
3-525-56990-4
nicht mehr lieferbar
1938 plant der Berliner Journalist Moritz Goldstein im Exil die Rettung der Juden Europas. Weil die Not groß ist und die Errichtung eines Staates "lange, lange Zeit" erfordert, schlägt er die Gründung einer "Stadt Israel" vor - ein utopisches, ein chancenloses Projekt. Um Moritz Goldstein zu verstehen, analysiert Schlör Debatten über Judentum und Urbanität. Er untersucht die Geschichte modernen jüdischen Lebens in der Stadt, namentlich in Berlin, sowie die Geschichte einer Imagination: der des jüdischen "Stadtbewohners par excellence". Nicht nur durch die Thematik, sondern auch durch die Einführung von Methoden und Fragestellungen der kulturwissenschaftlichen Stadtforschung bereichert Schlör das Feld der wissenschaftlichen Jüdischen Studien.
Dr. rer. soc. Joachim Schlör ist Privatdozent für Kulturwissenschaft an der Universität Potsdam und hat sich mit dieser Arbeit 2004 in Potsdam habilitiert.
     
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