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Kanon der Heiligen Schrift
Längst nicht alle religiösen Schriften, die zur Zeit der Bibelentstehung vorlagen, wurden in die Sammlung der »heiligen Schriften« aufgenommen. Bei ihrer Abgrenzung spielten verschiedene Kriterien eine Rolle: Das Buch Ester z.B. war sehr umstritten, weil darin kaum von Gott die Rede ist.

Spätere neutestamentliche Schriften wurden ausgegrenzt, weil die Verbindung zur »apostolischen Generation« nicht mehr gegeben war.

Die Entstehung des biblischen Kanons hat sich in folgenden Etappen vollzogen:

Als Erstes war die Tora abgeschlossen. In der Zeit von 400 bis 100 v. Chr. wurden dann die restlichen Bücher der Hebräischen Bibel vervollständigt. Zunächst eine Sammlung prophetischer Schriften (Nebiim) – dazu gehört auch ein Teil der später so genannten Geschichtsbücher (Josua bis Könige) –, danach die »Schriften« (Ketubim), sehr unterschiedliche Bücher wie das Hohelied, Ester, Judit, Daniel, die Makkabäerbücher und die weisheitlichen Schriften (Weisheit, Jesus Sirach, Sprichwörter). Der jüdische Kanon wird auch Tenak genannt. Dieses Kunstwort fasst die Anfangsbuchstaben von Tora, Nebiim und Ketubim zusammen.

Grundsätzlich entstehen solche Kanones immer dann, wenn die darin thematisierten Zeitepochen vorbei sind, also z.B. der Prophetenkanon, nachdem es keine Propheten mehr gibt, das Neue Testament nach dem Tod der ersten Apostelgeneration.

Jesus konnte auf den Tenak zurückgreifen. Er kannte aber neben den in den biblischen Kanon aufgenommenen Schriften noch weitere und zitierte sie.

Zeitliche Übersicht über die Entstehung des Kanons

Zeit | ca. 400 v.Chr.
Abgeschlossener Teil | Tora
Inhalt | Genesis bis Deuteronomium (die "fünf Bücher Mose")

Zeit | ca. 200 v.Chr.
Abgeschlossener Teil | Propheten
Inhalt | Sammlungen der Prophetenworte und der Geschichtsbücher Josua bis Könige

Zeit | Zeit Jesu
Abgeschlossener Teil | Schriften
Inhalt | Psalmen, Sprüche, Hoheslied, Hiob, Rut, Klagelieder, Prediger, Esra, Nehemia, 1./2. Chronik, Daniel

Zeit | 397/419 n.Chr.
Abgeschlossener Teil | Ganzes Neues Testament
Inhalt | Synoden von Karthago und Hippo, Eusebius, Athanasius, Augustinus legte als Neues Testament 27 Schriften in ihrer Reihenfolge fest

Zeit | 397 n.Chr.
Abgeschlossener Teil | Apokryphen zum Alten Testament
Inhalt | Augustinus setzte die Aufnahme von 7 weiteren alttestamentlichen Schriften durch: Judit, Weisheit Salomos, Tobias, Jesus Sirach, Baruch, 1./2.Makkabäer



Das Wort Kanon (Ursprung semitisch, dann griechisch) bezeichnet eine Richtschnur, Regel, Norm. In diesem Sinne meint der Begriff "Kanon der heiligen Schrift" den Umfang der heiligen Schrift. Der biblische Kanon bezeichnet also die Sammlung der heiligen Bücher, die für die gläubige Gemeinschaft normgebend ist.

Der Kanon des ersten (und weitaus größten) Teils der Bibel, den die Christen das "Alte Testament" (AT) nennen, ist in einem längeren Prozess entstanden. Das AT teilt sich in die Schriftengruppen "Gesetz" (Tora, fünf Bücher Mose), "die Propheten" und "die Schriften". Das Neue Testament, der christliche Teil der Bibel, zitiert häufig "das Gesetz und die Propheten" oder "Moses und die Propheten" und meint damit diese Schriften.

Das Gesetz und die Propheten scheinen schon im vierten Jahrhundert vor Christus im Umfang festgestanden und kanonische Geltung gehabt zu haben (siehe Nehemia 8: Esdras verkündet dem Volk "das Gesetz"). Die dritte Schriftengruppe ist im Umfang erst später festgelegt worden. Die jüdischen Übersetzer und Bearbeiter der griechischen Fassung des Alten Testamentes (Septuaginta) haben wahrscheinlich einen weiteren Kanon angenommen als den, der später von jüdischen Autoritäten festgelegt wurde (hebräische Bibel).

Das Neue Testament zitiert sehr oft "die Schrift" oder "die Schriften" (das Alte Testament). Eigenartiger Weise werden vier Bücher des AT nicht zitiert. Dafür werden aber Bücher zitiert, die nicht zum hebräischen Kanon zählen. Das und andere Erscheinungen legen die Vermutung nahe, dass im Judentum zur Zeitenwende der Umfang des dritten Teils der Bibel noch nicht exakt fest stand.

Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem legte eine Synode in Jabne 90/95 nach Christus den Umfang der jüdischen Bibel fest auf 24 Bücher: Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium, Josua, Richter, Samuel, Könige, Jesaja, Jeremia, Ezechiel, die 12 Propheten, Psalmen, Ijob, Sprüche, Rut, Hohelied, Prediger, Klagelieder, Ester, Daniel, Esra/Nehemia, Chronik.

Die christliche Kirche entschied sich in den ersten Jahrhunderten für den weiteren Kanon der Septuaginta. Sie übernahm jedoch nicht einfach den Kanon der jüdischen Septuaginta (der heute nicht sicher erkannt werden kann) sondern formte die Septuaginta zu einem christlichen Kanon.

Einige wichtige Theologen (Kirchenväter, z.B. Hieronymus) plädierten dafür, den engeren hebräischen Kanon anzunehmen, z.B. weil das die Auseinandersetzung mit jüdischen Gelehrten erleichterte. Synoden ab dem 4. Jahrhundert zählen die Schriften des weiteren Kanons (Septuaginta) zur Bibel. Das Konzil von Trient legte im 16. Jahrhundert die katholische Kirche auf den weiteren Kanon des Alten Testamentes fest.

Die Reformatoren kehrten zum engeren Kanon zurück. Deshalb werden heute in evangelischen Ausgaben die Schriften, die in katholischen Bibel-Ausgaben enthalten sind, aber nicht zum hebräischen Kanon zählen, unter "Apokryphen" aufgeführt. (In katholischen Büchern sind "Apokryphen" fromme Schriften aus biblischer Zeit, die auch nicht zur Septuaginta zählen.)

Die orthodoxen Kirchen zählen meist noch zwei Bücher mehr als die katholische zum Kanon.

Die ersten Christen betrachteten ganz selbstverständlich "die Schriften" (des Alten Testaments) als ihre Heilige Schrift. In einem mehrere Jahrzehnte dauernden Prozess traten frühchristliche Schriften (zuerst die Briefe des Paulus, dann vor allem die vier Evangelien) neben "die Schriften" als heilige Schriften, die im Gottesdienst vorgelesen wurden. Im zweiten Jahrhundert wuchs das Bedürfnis, Schriften zu Ansehen zu verhelfen, die die ursprüngliche Überlieferung der Apostel enthielten. Damit sollte eine "Richtschnur" geschaffen werden, um falsche, neue Lehren abweisen zu können.

Um 200 hatten die meisten Schriften des späteren "Neuen Testaments" kanonisches Ansehen erlangt. Ende des vierten Jahrhunderts zählten einige Synoden im Westen (Rom und Afrika) und später auch des Ostens 27 Schriften zum Kanon. Der Kanon des Neuen Testaments ist in der katholischen, den reformatorischen und den orthodoxen Kirchen einheitlich. Ein Dekret des Tridentinischen Konzils legte für die katholische Kirche am 8. April 1546 den Kanon der gesamten Heiligen Schrift endgültig fest.

978-3-374-06285-0  Elisabeth Grab-Schmidt
Marburger Jahrbuch Theologie XXXI
Kanon

Evangelisches Verlagshaus, 2019, 180 Seiten, Paperback,
978-3-374-06285-0
24,00 EUR Warenkorb
Marburger Theologische Studien Band 131

Der Kanon ist wieder in der Diskussion – nicht zuletzt durch überregional wahrgenommene Debatten des Theologischen Arbeitskreises Pfullingen. So wendet sich dessen Jahrestagung diesem Thema zu – mit Beiträgen aus exegetischer, islamwissenschaftlicher und systematisch-theologischer Sicht von Friedhelm Hartenstein, Jens Schröter, Georges Tamer und Michael Welker. Eingeleitet wird der Band durch Cornelia Richter.
In den Beiträgen spiegeln sich unterschiedliche Perspektiven auf die Entstehung von Kanonvorstellungen in Christentum und Islam, aber auch unterschiedliche Formen eines heute verantworteten hermeneutischen Umgang mit ihnen. Wie alle Bände des Marburger Jahrbuchs Theologie lädt auch dieser zur Diskussion und zur kritischen Auseinandersetzung ein.
978-3-7887-3047-5 Friedhelm Hartenstein
Die bleibende Bedeutung des Alten Testaments
Studien zur Relevanz des ersten Kanonteils für Theologie und Kirche
Neukirchener Verlag, 2016, 160 Seiten, kartoniert, 12,5 x 20,5 cm
978-3-7887-3047-5
50,00 EUR Warenkorb
Biblisch Theologische Studien Band 165

Seit dem 19. Jahrhundert wird von einigen Vertretern protestantischer Theologie die kanonische Geltung des Alten Testaments infrage gestellt. Die Debatte ist derzeit neu entbrannt.
Mit der historischen Einordnung der Bibel in die Welt der Antike ging ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert ein neues Bewusstsein für die Eigenart der hebräischen Bibel einher. Anders als das Neue Testament als Quelle des Evangeliums von Jesus Christus wurde das Alte Testament etwa von Schleiermacher, Harnack und Hirsch in seiner Geltung für die Kirche hinterfragt. Es wurde in dieser Argumentation vorrangig als Urkunde des Judentums und Dokument einer vorchristlichen Religion(sstufe) angesehen. Das Problem spitzte sich mit dem Nationalsozialismus noch einmal zu und schien danach ad acta gelegt. Wie es jedoch die jüngste Debatte im Anschluss an die Thesen des Berliner systematischen Theologen Notger Slenczka zeigt, ist es nach wie vor virulent. Neben der spezielleren "Kanonfrage" gibt es in Kultur und Medien außerdem verbreitete Vorurteile gegenüber dem Alten Testament.
Der Band enthält einerseits Studien, die darauf reagieren und Argumente für die bleibende Bedeutung des Alten Testaments in Theologie und Kirche aufzeigen. Andererseits versammelt er Beiträge aus den letzten Jahren, die einer neuen Sicht einer "Theologie des Alten Testaments" und ihrer hermeneutischen Begründung zuarbeiten.
Literatur zur Diskussion um die Bedeutung des Alten Testaments
978-3-7887-1288-4 Ingo Baldermann
Zum Problem des biblischen Kanons

Jahresband 1988
Neukirchener Verlag, 1988, 294 Seiten, kartoniert,
978-3-7887-1288-4
18,00 EUR
Jahrbuch für biblische Theologie Band 3
In der kontrovers geführten Kanondiskussion verschärfen sich die Probleme einer Biblischen Theologie. Der Band stellt unter anderem die Diskussion dieses Problems in den USA vor und bringt neue Aspekte zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des biblischen Kanons.
 

 

Änderungen und Lieferbarkeit vorbehalten     Startseite       letzte Bearbeitung: 12.06.2019, DH