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Missbrauchskrise / Missbrauchsskandal

Godehard Brüntrup
Unheilige Macht
Der Jesuitenorden und die Missbrauchskrise
Kohlhammer Verlag, 2. Auflage 2013, 204 Seiten, kartoniert

978-3-17-023289-1
22,90 EUR



(1. Auflage: 978-3-17-022503-9 )
Der Missbrauchsskandal im Jesuitenorden lässt sich nicht abarbeiten oder abschließen, schon gar nicht einseitig. Er hat allerdings einen internen Reflexionsprozess in Gang gesetzt, der in diesem Sammelband von Beteiligten und Beobachtern dokumentiert und auch weiter vorangetrieben wird: Welche Fakten hat die Aufklärung zu Tage gebracht? Welche Strukturen haben den Missbrauch, die Taubheit, das Vertuschen und das Schweigen begünstigt? Welche drängenden Fragen stellt der Skandal an den Orden, die Kirche und die Gesellschaft? In den Beiträgen kommen verschiedene Perspektiven zu Wort: Opfer und Betroffene, verantwortliche Führungskräfte, Praktiker und Fachleute aus Psychologie, Philosophie und Theologie. Die Ergebnisse dieser Analysen sind weit über den kirchlichen Bereich hinaus relevant für Menschen, die pädagogische Verantwortung tragen.

Prof. Dr. Godehard Brüntrup ist Philosoph und Inhaber des Erich J. Lejeune Lehrstuhls an der Hochschule für Philosophie in München. Christian Herwartz ist Arbeiterpriester in Berlin-Kreuzberg. Hermann Kügler ist Pastoralpsychologe und Leiter der "Orientierung Leipzig".

"Der nun im Kohlhammer Verlag erscheinende Sammelband zeugt von einem mühsamen Reflexionsprozess. Dabei verfolgt er vor allem ein Ziel: Er will der Versuchung vorbeugen, das dunkle Kapitel für abgeschlossen zu erklären. Diese Versuchung sei groß, räumt Provinzial Stefan Kiechle in seinem Beitrag freimütig ein. ... Eine Stärke des Buches sind die unterschiedlichen Perspektiven und auch Genres der Kapitel, die zwischen Rechenschaftsbericht, (Selbst)-Anklage und Ursachenanalyse angesiedelt sind: Zu Wort kommen aktuelle und ehemalige Verantwortliche, einfache Mitbrüder, externe Fachleute, wenigstens ein Opfer. ... Von einer echten Versöhnung mit den Opfern sieht Brüntrup seinen Orden noch weit entfernt, wenn es denn überhaupt eine geben kann. Jedenfalls sei der Weg dorthin 'unendlich weit'. Sein Provinzial verweist darauf, dass diesen Schritt nur die Opfer selbst gehen könnten - 'aus freien Stücken'." (Christoph Renzikowski, kna)

"Die Herausgeber des Buchs sagen ja klar, dass es keine Bilanz sein soll, sondern nur eine Station. Ich finde alles gut, was die Diskussion in Gang hält. Damit eben nicht das passiert, was im Grunde gerade passiert: Der Runde Tisch hat seinen Bericht abgeliefert, jetzt kann man sich zurücklehnen. Dieses Buch könnte die Diskussion wieder anheizen - was sicherlich vielen nicht angenehm ist." (Christine Bergmann, ehem. Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, im WDR-Interview, 27.11.2012)

"Dieses Buch ist eine Qual. Es handelt vom 'Schwefelgeruch katholischen Missbrauchs', sagt Herausgeber Pater Godehard Brüntrup. Es heißt 'Unheilige Macht. Der Jesuitenorden und die Missbrauchskrise', und es ist ein wichtiges Buch: Zum ersten Mal seit Bekanntwerden des Skandals im Jahr 2010 betreibt der Orden eine öffentliche Aufarbeitung. ... Trotzdem bemerkenswert, zu welchen selbstkritischen Äußerungen die Jesuiten nun öffentlich bereit sind. " (Ebba Hagenberg-Miliu, General-Anzeiger Bonn, 22.11.2012)
Änderungen und Lieferbarkeit vorbehalten     Startseite       letzte Bearbeitung: 08.06.2013, DH